Teste deine Rattensicherung – funktioniert sie richtig?

Teste deine Rattensicherung – funktioniert sie richtig?

Ratten gehören zu den ungebetenen Gästen, die niemand im Haus haben möchte. Sie können erhebliche Schäden anrichten, Krankheiten übertragen und hohe Kosten verursachen, wenn sie sich erst einmal eingenistet haben. Eine funktionierende Rattensicherung ist daher unverzichtbar – doch viele Hausbesitzer wissen gar nicht, ob ihre Sicherung tatsächlich wirksam ist. Hier erfährst du, wie du deine Rattensicherung überprüfst und instand hältst, damit du ruhig schlafen kannst.
Warum Rattensicherung so wichtig ist
Ratten suchen Wärme, Nahrung und Unterschlupf – und wenn sie einen Zugang finden, vermehren sie sich rasant. Ein einziges Rattenpaar kann innerhalb eines Jahres Hunderte Nachkommen haben. Sie nagen an Kabeln, Rohren und Dämmmaterial, und ihre Ausscheidungen können Lebensmittel und Wasser verunreinigen.
In Deutschland sind die Kommunen verpflichtet, Rattenbefall zu bekämpfen. Als Eigentümer oder Mieter trägst du jedoch Verantwortung für die Vorbeugung. Eine gute Rattensicherung bedeutet also nicht nur, auf einen Befall zu reagieren, sondern ihn von vornherein zu verhindern.
Beginne mit der Kanalisation – der versteckte Zugang
Die meisten Rattenprobleme beginnen in der Kanalisation. Ratten können sich durch das Rohrsystem bewegen und über beschädigte oder undichte Leitungen in Häuser gelangen.
Überprüfe daher:
- Rattenschutzklappe im Abwasserrohr – Hast du eine Rattenschutzklappe installiert? Sie verhindert, dass Ratten aus dem öffentlichen Kanalnetz in dein privates Rohrsystem eindringen. Achte darauf, dass sie korrekt eingebaut ist und sich frei bewegen kann.
- Rohrinspektion – Eine TV-Inspektion durch einen Fachbetrieb kann Risse, verschobene Muffen oder alte Leitungen aufdecken, durch die Ratten eindringen könnten.
- Schächte und Abdeckungen – Hebe Schachtdeckel an und achte auf Spuren: Kot, Nagespuren oder aufgewühlte Erde sind Warnzeichen.
Eine Rattenschutzklappe muss regelmäßig gewartet werden. Mindestens einmal im Jahr sollte sie gereinigt und auf Funktion geprüft werden, da Fett und Ablagerungen die Klappen blockieren können.
Kontrolliere das Haus von außen
Ratten können auch oberirdisch eindringen. Sie sind ausgezeichnete Kletterer und quetschen sich durch Öffnungen von nur zwei Zentimetern.
Gehe rund ums Haus und achte auf:
- Lüftungsgitter – Sind sie intakt und fest verschraubt? Ersetze beschädigte oder verrostete Gitter.
- Risse im Mauerwerk oder in der Bodenplatte – Selbst kleine Spalten können Einlass bieten. Dichte sie mit Mörtel oder Drahtgeflecht ab.
- Fallrohre und Abflüsse – Achte darauf, dass sie dicht abschließen und keine offenen Rohrenden vorhanden sind.
- Türen und Tore – Prüfe, ob unter Türen Spalten bestehen, besonders zu Keller oder Garage.
Ein Tipp: Gehe in der Dämmerung mit einer Taschenlampe um das Haus – so erkennst du kleine Öffnungen und Bewegungen leichter.
Halte Garten und Grundstück frei von Anreizen
Ratten suchen Orte mit Nahrung und Verstecken. Ein aufgeräumter Garten ist daher ein wichtiger Teil der Rattensicherung.
- Vogelfutter – Verwende Futterspender, die nicht krümeln, und vermeide Futter auf dem Boden.
- Kompost – Nutze geschlossene Kompostbehälter mit Drahtgitter im Boden.
- Abfall – Halte Mülltonnen stets geschlossen und stelle sie auf festen Untergrund.
- Brennholz und Baumaterial – Lagere sie erhöht und nicht direkt an der Hauswand.
Je weniger Verstecke und Nahrungsquellen es gibt, desto unattraktiver wird dein Grundstück für Ratten.
Teste deine Rattensicherung in der Praxis
Wenn du wissen willst, ob deine Rattensicherung funktioniert, kannst du einfache Tests durchführen:
- Kontrolliere die Rattenschutzklappe – Öffne den Schachtdeckel und prüfe, ob sich die Klappen frei bewegen. Lass etwas Wasser durchlaufen, um sicherzugehen, dass sie nicht klemmen.
- Höre und schaue genau hin – Ratten sind nachtaktiv. Achte auf Kratzgeräusche in Wänden, Decken oder Abflüssen. Suche nach Kotspuren oder Nagespuren.
- Verwende Mehl oder Sand – Streue eine dünne Schicht an verdächtigen Stellen. Fußspuren können Aktivität verraten.
- Achte auf Geruch – Ein stechender, ammoniakähnlicher Geruch kann auf Ratten in Wänden oder Leitungen hinweisen.
Wenn du Anzeichen für Ratten findest, melde den Befall sofort beim Ordnungsamt oder der Kommune. Diese beauftragen in der Regel einen Schädlingsbekämpfer, der die Situation beurteilt und Maßnahmen einleitet.
Professionelle Unterstützung
Auch wenn du vieles selbst tun kannst, ist es sinnvoll, regelmäßig einen Fachbetrieb hinzuzuziehen. Ein zertifizierter Kanal- oder Schädlingsbekämpfer kann:
- Die Rattenschutzklappe reinigen und prüfen,
- eine TV-Inspektion der Abwasserleitungen durchführen,
- und dich zu Prävention und Wartung beraten.
Das ist eine kleine Investition, die dich vor großen Schäden und Kosten bewahren kann.
Eine dauerhafte Aufgabe
Rattensicherung ist keine einmalige Maßnahme. Sie erfordert kontinuierliche Aufmerksamkeit – besonders nach starkem Regen, Frost oder Bauarbeiten, die Rohre und Dichtungen beeinträchtigen können.
Lege dir eine Routine an, bei der du Haus, Garten und Kanalisation ein- bis zweimal im Jahr überprüfst. So erkennst du Probleme frühzeitig und kannst rechtzeitig handeln.
Eine wirksame Rattensicherung bedeutet vorausschauendes Handeln – und ein gutes Verständnis für dein Haus und seine Leitungen. Wenn du weißt, dass alles funktioniert, kannst du sicher sein, dass die Ratten dort bleiben, wo sie hingehören: draußen in der Kanalisation.













